Rheine, 07.11.2015, von Paul Wehry

Realistische Stabsübung beim Abbau der Emsstege

Rheine. Die schweren Unwetter letztes Jahr, welche im Münsterland insbesondere Münster aber auch Greven und Nordwalde schwer getroffen haben, zeigen eindrucksvoll, dass Unwetter nicht nur bei Hochwasserkatastrophen in der Region Elbe/Oder oder am Rhein stattfinden, sondern auch bei uns in Rheine vorkommen. In einem solchen Fall wird das THW zur Unterstützung der örtlich zuständigen Feuerwehr alarmiert. Insbesondere bei Großschadensfällen werden nicht nur die Kräfte, welche in Rheine beheimatet sind eingesetzt, sondern das THW kann Kräfte aus anderen Regionen anfordern um in Rheine zu Helfen. So waren beim Schneechaos 2005 aus ganz Deutschland Notstromaggregate des THWs zusammengezogen worden und in Ochtrup im Einsatz.

Fotos: THW

Für einen solchen Einsatz werden nicht nur gut ausgebildete Helfer, die vor Ort helfen, benötigt, sondern auch der sogenannte Lage- und Koordinierungsstab (LuK-Stab) des Ortsverbandes als organisatorische Steuerungseinheit wird vor große Herausforderungen gestellt. Als erstes müssen die zu erledigenden Aufgaben bei Eingang sortiert, priorisiert und an die eingesetzten Einheiten verteilt werden. Ferner ist Aufgabe des LuK-Stabes die Versorgung der Einheiten sicherzustellen. Dies umfasst neben der Verpflegung der Helfer auch die Versorgung der eingesetzten Fahrzeuge und Ausstattung mit Betriebsstoffen, insbesondere Diesel. Kleinere Defekte und Ersatzbeschaffungen müssen durch den Stab organisiert und durchgeführt werden. Der Stab muss hierbei immer den Überblick über die eingesetzten Kräfte behalten, um diese optimal einsetzten zu können. Weitere Aufgaben umfassen die Koordinierung der Einsätze mit den zuständigen Stellen, z.B. der Feuerwehr sowie die Information der Arbeitgeber der eingesetzten Kräfte.

Die Aufgaben des LuK-Stabes sind vielfältig und selbst kleine Verzögerungen im Stab haben gravierende Folgen für den Erfolg eines Einsatzes. Aufgrund der Vielzahl an Aufgaben kann jedoch die Stabsarbeit nur selten und unter starken Übungskünstlichkeiten geübt werden. Um unter realistischen Bedingungen diese Prozesse üben zu können, boten sich dieses Jahr der Abbau der Emsstege im Stadtgebiet von Rheine an. Aufgabe war hierbei insgesamt 6 Stege, die im Stadtgebiet von Rheine entlang der Ems verteilt waren abzubauen, zu verladen und in ihr Winterquartier zu bringen. Es waren 6 Gruppen des THWs sowie ein Bootstrupp der DLRG mit insgesamt mehr als 30 Helfer im Einsatz. Ideale Voraussetzungen um einen Großeinsatz zu üben.

Wie bei einem Einsatz, wurden die eingesetzten Führungskräfte der einzelnen Einheiten morgens durch Ausbildungsbeauftragten Paul Wehry, in seiner Funktion als Leiter des Stabes, in die Lage eingewiesen und erhielten ihre jeweiligen Einsatzaufträge. Da wir einen echten „Einsatz“ als Grundlage für die Übung hatten, konnte nicht nur die Stabsarbeit sondern insbesondere auch die Führungstätigkeit der einzelnen Gruppenführer geübt werden. Diese mussten also nicht nur ihre Gruppen führen, sondern übten zeitgleich die Zusammenarbeit mit dem Stab und die Einsatzdokumentation. Bereits nach kurzer Zeit hatte sich eine Einsatzroutine entwickelt und nach Erledigung einzelner Aufgaben, erfolgte die Rückmeldung an den Stab, welcher im Anschluss weitere Aufgaben an die Einheit verteilte. Bewusst haben wir für die Übung unseren Zugtrupp, welcher im Einsatz als mobile Führungsstelle eingesetzt wird, nicht an der Übung teilnehmen lassen, sodass uns Zugtruppführer Christoph Wiesmann als Beobachter zur Verfügung stand. Alle Übungsteilnehmer waren mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden. Die Prozesse im Stab und die Zusammenarbeit zwischen Gruppenführern und Stab funktionierten reibungslos.

 

Da die Emsstege bereits seit mehreren Jahren durch das THW abgebaut werden, war der zeitliche Abbau den eingesetzten, an der eigentlichen Stabs-Übung unbeteiligten, Helfern bekannt. Umso mehr freut die Beteiligten das Lob dieser Helfer: Nicht nur war die Übung für die eingesetzten Helfer quasi nicht ersichtlich. Der Abbau der Emsstege war genauso schnell wie in den Jahren zuvor, mit dem kleinen Unterschied, dass in den letzten Jahren jeder Gruppenführer einen detaillierten Plan für den Abbau hatte. Ferner klappte die Verpflegung unter Einsatzbedingungen tadellos, was im echten Einsatz, welcher gerne mal in der Nacht ist, enorm wichtig ist. Die Ortsbeauftragten Bernhard Heeke und Martin Forstmann zeigten sich mit dem Erfolg der Übung sehr zufrieden: „Auch wenn wir uns keine Unwetter für Rheine wünschen, so hat die heutige Übung eindrucksvoll gezeigt, dass das THW Rheine bereit ist, auch bei größeren Katastrophen schnell und kompetent, auch über mehrere Wochen, zu helfen.“ Ebenso zeigte sich Carina Stegemann von der THW Geschäftsstelle Münster von den routinierten Abläufen in Rheine beeindruckt: „Was bereits vorher bekannt war, wurde heute noch mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Der Ortsverband Rheine ist ein hoch professioneller Ortsverband, auf den man sich im Einsatz zu 100% verlassen kann.“

 

 


  • Fotos: THW

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